ESA-Ideenaufruf: Eigene Software im Deep Space auf der Asteroidenmission Hera betreiben
- 6. Aug.
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Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bietet europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen eine seltene Gelegenheit: Sie können eigene Software direkt an Bord der Raumsonde Hera ausführen – rund 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Nachdem Hera ihre Hauptmission zur planetaren Verteidigung an den Asteroiden Didymos und Dimorphos voraussichtlich Mitte 2027 abgeschlossen hat, wird die Sonde zu einem fliegenden Softwarelabor im interplanetaren Raum. Projektideen können ab sofort eingereicht werden.
Technische Grundlage ist der europäische Dual-Core-Prozessor LEON3 des Bordrechners: Ein Kern steuert weiterhin die Raumsonde, der zweite stellt eine abgeschottete Sandbox-Umgebung für Gastsoftware bereit. Der Zugriff auf Instrumente und Subsysteme wird ermöglicht, die eingebrachte Software läuft jeweils zwei bis drei Stunden und wird bei Auffälligkeiten sofort abgeschaltet. So lassen sich neue Ansätze für Bordautonomie, Bildverarbeitung und KI-gestützten Betrieb unter realen Missionsbedingungen erproben, ohne die flugkritischen Systeme zu gefährden.

Gesucht werden Ideen insbesondere in folgenden Bereichen:
Bordgestützte Bildverarbeitung und Feature-Tracking
Autonome Entscheidungslogik
Fortschrittliche Guidance, Navigation and Control (GNC)
Datenkompression, -sicherheit und -priorisierung
Inferenz zur Anomalieerkennung oder wissenschaftlichen Klassifikation
Neue operationelle Konzepte für Deep-Space-Missionen
Zeitplan und Einreichung: Ideen werden über die Open Space Innovation Platform (OSIP) der ESA in Form eines Outline-Formulars eingereicht. Einsendeschluss ist der 15. September 2026. Die Auswahl der Gewinnerideen erfolgt Mitte Oktober 2026, anschließend reichen die ausgewählten Teams bis zum 31. Mai 2027 das vollständige Implementierungspaket inklusive Quellcode zur Validierung ein. Der Betrieb an Bord von Hera ist für einen einmonatigen Zeitraum im August 2027 geplant.
Weitere Informationen zur Mission und zum Ideenaufruf erhalten Sie hier.
Zur Einreichung über OSIP gelangen Sie hier.




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